Schraubenlexikon
Das Praxis-Lexikon zu amerikanischen und britischen Zollgewinden: Unterschiede zwischen UNC / UNF / UNEF, Whitworth (BSW/BSF) und Rohrgewinden (NPT/BSP) – inklusive TPI, Zoll↔mm, Download-Tabelle und Schnell-Rechner.
Kurzfassung: Ein Zollgewinde identifizierst du zuverlässig über Außendurchmesser (in inch, oft als Bruch) und TPI (Threads per Inch). Der Haken: Britisch ≠ Amerikanisch (anderer Flankenwinkel) und Rohrgewinde sind nochmal eine eigene Welt (BSP/NPT).
Profi-Tipp: Wenn du nur mit dem Messschieber arbeitest, zähle zusätzlich die Gänge auf 10 mm (oder 1 cm). Daraus kann man TPI gut abschätzen.
Die schnellste Lösung, wenn du in der Werkstatt bist: Tabelle öffnen, Durchmesser + TPI abgleichen, fertig.
Hinweis: Rohrgewinde sind oft über „Nennweite“ (z. B. 1/4″) bezeichnet, die nicht 1:1 dem gemessenen Außendurchmesser entspricht. Genau dafür ist das PDF Gold wert.
Bei metrischen Gewinden liest du die Größe meist so: M10 × 1,5 (Durchmesser in mm × Steigung in mm). Bei Zollgewinden lautet die Logik anders:
Wichtig: Amerikanische Unified-Gewinde haben 60° Flankenwinkel, Whitworth-Gewinde (britisch) typischerweise 55°. Dadurch sind sie nicht kompatibel – selbst wenn TPI ähnlich wirkt.
Das ist das „klassische“ amerikanische Schraubgewinde (60°). Die Serien unterscheiden sich vor allem über die Steigung: UNC grob, UNF fein, UNEF extra fein.
| Bezeichnung | Was du abliest | Praxis-Merksatz |
|---|---|---|
| 1/4″-20 UNC | Ø 1/4″, 20 TPI, Serie UNC | „Grob, Standard, verzeiht Montage“ |
| 1/4″-28 UNF | Ø 1/4″, 28 TPI, Serie UNF | „Feiner, fester, genauer“ |
| 1/2″-20 UNF | Ø 1/2″, 20 TPI, Serie UNF | „Fein bei großem Ø → hohe Haltekraft“ |
Britische Gewinde begegnen dir häufig bei älteren Maschinen, Oldtimern oder britischen Komponenten. Charakteristisch: 55° Flankenwinkel.
Typischer Fehler: „Passt fast“ – und dann frisst das Gewinde. Wenn du 55°/60° mischst, ruinierst du schnell Mutter/Schraube.
Rohrgewinde sind ein Sonderfall: Die Bezeichnung (z. B. 1/4″) ist häufig eine Nennweite. Der gemessene Außendurchmesser wirkt „zu groß“ – das ist normal.
Praxis-Regel: Bei Rohrgewinden immer prüfen, ob die Verbindung konisch (NPT) oder zylindrisch (je nach BSP-Variante) ist. Falsche Kombination = undicht.
Mit diesen 3 Schritten kommst du in der Praxis fast immer zum richtigen Ergebnis:
Tipp für saubere Messung: Bei abgenutzten Gewinden lieber an mehreren Stellen messen und den Mittelwert nehmen. Bei Rohrgewinden zusätzlich prüfen, ob das Gewinde konisch zuläuft.
Miss den Außendurchmesser (mm) und zähle die Gewindegänge auf 1 cm. Der Rechner zeigt dir die wahrscheinlichsten Treffer (Zoll-Serien & metrischer Vergleich).
Für Details: im PDF sind die vollständigen Tabellen, hier die Orientierung nach Systemen.
Wenn du eine komplette Größentabelle brauchst: nutze den PDF-Download oben – der ist dafür gemacht.
Wichtig: 55° (Whitworth) und 60° (Unified) nicht mischen – „geht schwer“ heißt oft: falsches System.
Wenn ein Zollgewinde nachgeschnitten werden muss, ist die Serie entscheidend (UNC/UNF vs. BSW/BSF vs. NPT/BSP). Ein „fast passender“ Gewindebohrer macht mehr kaputt als er rettet.
Wenn du regelmäßig Zoll bearbeitest: ein Satz UNC/UNF + eine TPI-Lehre ist meist die wirtschaftlichste Basis.
Bei gleichem Ø hat UNF mehr TPI (feiner). Wenn du Gänge/cm zählst: UNF liegt meist sichtbar „dichter“ als UNC.
Rohrgewinde (NPT/BSP) werden häufig über eine Nennweite bezeichnet. Der reale Außendurchmesser ist größer. Deshalb immer System + Tabelle nutzen (PDF).
Nein, normalerweise nicht. Whitworth hat 55°, Unified 60°. Das führt zu schlechtem Flankenkontakt, hohem Verschleiß und oft beschädigten Gewinden.
TPI ist die Anzahl der Gewindegänge auf 1 Zoll. Je höher die Zahl, desto feiner das Gewinde. Umrechnung: Steigung (mm) = 25,4 / TPI.